Volkstrauertag: Ansprache des Ortsvorstehers zur Kranzniederlegung

Liebe Meindorfer,
ich freuemich, dass Ihr nach dem Gottesdienst nun auch mit auf den Friedhof gekommen seid, um am Vorabend des Volkstrauertages der Toten und Gefallenen der beiden Weltkriege zu gedenken. An dieser Stelle bereits einen herzlichen Dank an die Kameraden der Meindorfer Feuerwehr, den Sängern des Männergesangvereins und den Musikern des Orchesters Siegklang, die unserer Kranzniederlegung wieder einen würdigen Rahmen verleihen.

Ich möchte heute über die Sicherheit und Geborgenheit sprechen, die unser Heimathafen Meindorf bietet, während um uns herum die Welt in Aufruhr und einem gewaltigen Umbruch ist.

Morgen, auf den Tag genau am deutschen Volkstrauertag, jähren sich die feigen Anschläge von Paris. Wir haben auch hier vor einem Jahr den  Opfern gedacht. Viele von uns werden sich damals Gedanken darüber gemacht haben, ob diese Anschläge wohl so weiter gehen und ob wir auch hier in Deutschland davon betroffen sein werden. Inzwischen wissen wir, dass es weitere fürchterliche Angriffe auf die Demokratie und Bürger in Europa gegeben hat. Zum Beispiel in Brüssel, Nizza und jüngst auch auf unser Konsulat in Afghanistan.

Bei all diesem Schrecken, von dem wir über die Medien fast täglich erfahren, ist für mich Meindorf ein sicherer Hafen, in dem ich mich geborgen fühle und dessen Einwohner sich darüber hinaus durch eine große Hilfsbereitschaft auszeichnen.  Erst gestern haben wir mit dem Sankt Martins Zug daran erinnert, wie der römische Soldat seinen warmen Mantel mit einem Bettler teilte. Anfang Dezember wird die neue Flüchtlingsunterkunft in Menden direkt an der Grenze zu Meindorf fertiggestellt und bezogen. Ich bin mir sicher, dass dann auch dort wieder die Hilfsbreitschaft der Meindorfer sichtbar wird.

Heute Mittag hat der Bürgerverein seine traditionelle Beleuchtung am Baum in der Straßenkurve beim der ehemaligen Bäckerei Profitlich angebracht. Das mag ich sehr. Wenn ich im Advent von der Arbeit in Bonn oder von Reisen nach Berlin und Kiel zurück nach Meindorf komme,
begrüßt mich sofort ein warmes Willkommenslicht und ich weiß: Hier sind wir in Sicherheit und geborgen, hier bin ich zu Hause.

Dass dies heute so ist und sein kann, dafür haben unsere Vorfahren, die während der beiden Weltkriege ihr Leben lassen mussten, einen großen Anteil und den entscheidenden Grundstein gelegt.

Um sie zu ehren, haben wir heute in Dankbarkeit einen Kranz am Ehrenmal niedergelegt.

Peter Kespohl
Ortsvorsteher Meindorf