A59: Details zum Ausbau zwischen Köln-Porz und Bonn-Nordost

Die A59 ist eine wichtige Verkehrsachse im Großraum Köln/Bonn und verbindet rechtsrheinisch die beiden Städte, den Köln/Bonner-Flughafen sowie die Bevölkerungszentren im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Auf ihrem gesamten Verlauf zwischen Köln-Porz und Bonn (23 Kilometer) soll sie mindestens sechs Fahrstreifen bekommen. Alle vier Abschnitte sind als Gesamtmaßnahme im Bundesverkehrswegeplan als „vordringlicher Bedarf – Engpassbeseitigung“ aufgeführt.

Der Ausbau der A59 wird in vier Abschnitten geplant:

– Autobahndreieck Köln-Porz bis Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn
– Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn bis Anschlussstelle Lind
– Anschlussstelle Lind bis Autobahndreieck Sankt Augustin-West
– Autobahndreieck Sankt Augustin-West bis Autobahndreieck Bonn-Nordost

Eine besondere Herausforderung beim Ausbau der A59 sind die teilweise dichten Bebauungen entlang der Strecke sowie die Querung eines Naturschutzgebietes.

Abschnitt 1: Autobahndreieck Köln-Porz bis Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn

Dieser Abschnitt ist planerisch am weitesten vorbereitet: Der 3 Kilometer lange Abschnitt zwischen dem Dreieck Köln-Porz und der Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn ist derzeit im Planfeststellungsverfahren. Der Ausbau wird mit rund 41 Millionen Euro veranschlagt.

Abschnitt 2: Anschlussstelle Flughafen Köln-Bonn bis Anschlussstelle Lind

Der 6,4 Kilometer lange Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Flughafen Köln-Bonn und Lind soll ebenfalls sechs Fahrstreifen erhalten. In Richtung Oberhausen ist zwischen den Anschlussstellen Wahn und Flughafen Köln-Bonn auf Grund der hohen Verkehrsbelastung eine durchgehende Verflechtungsspur als vierte Spur vorgesehen. Für diesen Abschnitt ist der Vorentwurf in Arbeit. Bereits vor dem eigentlichen Ausbau wird ab 2018 die Brücke der A59 über die Heidestraße in Köln-Wahn erneuert. Die bisherige Brücke stammt aus dem Jahr 1966 und muss durch einen Neubau ersetzt werden. Die neue Brücke wird – angepasst an die Ausbaupläne – bereits für sechs Fahrstreifen ausgelegt sein.
Außerdem ist in diesem Abschnitt der Neubau einer Tank- und Rastanlage („Liburer Heide“) südlich der Anschlussstelle Lind mit einer Kapazität von ca. 70 LKW-Stellplätzen vorgesehen.

Eine entsprechende Anlage an der A59 ist nötig, da die vorhandenen Stellplatzkapazitäten auf bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen in der Region schon heute nicht mehr dem Verkehrsaufkommen genügen. Auch die aktuellen Prognosen zeigen einen weiter wachsenden Stellplatzbedarf insbesondere für LKW. Der Standort „Liburer Heide“ wurde in einer Untersuchung von mehreren unterschiedlichen Standorten entlang der A59 als der einzig realisierbare identifiziert. Er kann leistungsfähig und verkehrssicher an die Autobahn angebunden werden und hat einen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung.

Abschnitt 3: Anschlussstelle Lind bis Autobahndreieck Sankt Augustin-West

Der 5,7 Kilometer lange Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Lind und dem Autobahndreieck Sankt Augustin-West soll ebenfalls sechs Fahrstreifen erhalten. In Richtung Köln ist hinter dem Autobahndreieck Sankt Augustin-West bis zur Anschlussstelle Troisdorf eine längere Manövrierspur als vierte Spur vorgesehen.Dieser Abschnitt befindet sich derzeit in der Vorplanung. Es werden verschiedene Varianten des Ausbaus geprüft, da durch die dicht an die Strecke heranreichende Bebauung und den Verlauf durch ein Naturschutzgebiet die Möglichkeiten eingeschränkt sind.

Abschnitt 4: Autobahndreieck Sankt Augustin-West bis Autobahndreieck Bonn-Nordost

Der 3,3 Kilometer lange Abschnitt der A59 zwischen den Autobahndreiecken Sankt Augustin-West und Bonn-Nordost soll von derzeit sechs auf acht Fahrstreifen ausgebaut werden. Die bisherigen Fahrstreifen sind verengt, weil hier bereits die Seitenstreifen zur Kapazitätserweiterung mitgenutzt werden.Auf dem Teilstück kombiniert sich der aus Richtung Köln und der aus Richtung Hennef und Richtung Frankfurt (A3/A560) kommende Verkehr in Richtung Bonn (A565) und das Siebengebirge sowie umgekehrt. Es wird zukünftig werktäglich von 130.000 Kraftfahrzeugen genutzt.

Der Ausbau wird mit rund 62 Millionen Euro veranschlagt. Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren. Durch eine direkt an die Autobahn grenzende Bahntrasse, die ebenfalls ausgebaut wird, ist eine asymmetrische Verbreiterung der A59 vorgesehen.

Neubau der Anschlussstelle Bonn-Maarstraße

Zwischen dem Autobahndreieck Bonn-Nordost und dem Autobahnkreuz Bonn-Ost auf der A59 plant der Landesbetrieb eine neue Anschlussstelle Bonn-Maarstraße. Die provisorische Anschlussstelle Bonn-Pützchen soll entfallen. Zwischen der Anschlussstelle Bonn-Vilich und dem Autobahnkreuz Bonn-Ost ist darüber hinaus ein Standstreifen vorgesehen.Seit Herbst 2015 läuft durch die Regionalniederlassung Ville-Eifel das Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Köln. Private und Träger öffentlicher Belange hatten die Gelegenheit Anregungen und Bedenken zu der Maßnahme zu äußern. Straßen NRW wird zu diesen Einwendungen Stellung nehmen und in einem Erörterungstermin mit den Betroffenen diskutieren. Mit dem Abschluss des Planfeststellungsverfahrens wird Mitte 2018 gerechnet. 2020 könnte Straßen.NRW dann mit dem Bau beginnen, der voraussichtlich 3,5 Jahre dauern wird.

Viele Berufspendler nutzen die A59 zwischen dem Autobahndreieck Bonn-Nordost und dem Autobahnkreuz Bonn-Ost, hinzu kommt der LKW-Verkehr. Auf den am stärksten belasteten Abschnitten sind pro Tag rund 82.000 Kraftfahrzeuge unterwegs. Die neue Anschlussstelle Bonn-Maarstraße soll das Gewerbegebiet Bonn-Beuel, das westlich der A59 liegt, direkt an die Autobahn anbinden. Im östlich der A59 liegenden Bereich soll die Maarstraße hingegen vom Verkehr abgebunden werden. Lediglich ein kombinierter Fuß- und Radweg soll dann in das dort vorhandene Wohngebiet führen.

Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, soll die sechsstreifige A59 zwischen der Anschlussstelle Bonn-Vilich und dem Autobahnkreuz Bonn-Ost (rund 2,3 Kilometer) in beiden Fahrtrichtungen einen Standstreifen erhalten. Das hilft Verkehrsteilnehmern, die eine Panne haben. Bei einem Unfall können Fahrzeuge durch den Standstreifen schnell eine Rettungsgasse bilden.Um die Wohnqualität für alle Anwohner westlich und östlich der A59 zwischen der Anschlussstelle Bonn-Vilich und dem Autobahnkreuz Bonn-Ost zu verbessern, sind zwischen vier und acht Meter hohe Lärmschutzwände in diesem Bereich vorgesehen. Zusätzlich soll ein lärmmindernder Fahrbahnbelag (offenporiger Asphalt) eingebaut werden. Quelle: Strassen.NRW.de

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